Architektur

Der verheissungsvolle Name «Mall of Switzerland» birgt ein grosses Versprechen und weckt Erwartungen. Ausgehend von der Lebendigkeit und der Vielfalt der 26 Kantone umfassenden Schweiz war der Leitgedanke für das Center schnell geboren: Facettenreichtum, echte «Swissness» und «noble understatement». Dazu entwickelten die shoppingcentererfahrenen Retaildesigner von Schwitzke eine Gestaltungssprache und Instore-Kommunikation, die Schweizer Werte wie Tradition und Innovation aufgreift und leicht verständlich interpretiert.

 

Ableitung des Logos aus dem Schweizerkreuz
Ableitung des Logos aus dem Schweizerkreuz

Das Logo der Mall of Switzerland wurde aus dem Schweizerkreuz abgeleitet und zu einem Muster verdichtet, wie man es auch von Modemarken kennt. In der Fläche eingesetzt greift es stimmig das Schweizer Rot auf und ist damit sehr einprägsam.

 

Die gesamte Innenarchitektur reflektiert den Facetten- und Formenreichtum des Landes und spielt mit Schweizer Werten, authentisch und modern neuinterpretiert. Ursprüngliche Materialien wie Eiche und Ulme, Terrazzo, Asphalt und Quarz schaffen einen Bezug zur Natürlichkeit des Landes, bei der Auswahl der Materialien wurde besonderer Wert auf ihre Schweizer Herkunft gelegt. Traditionelle Schweizer Grafikelemente, abgeleitet aus den 26 Kantonsflaggen, finden sich unter anderem als moderne Wandmuster wieder. Schweizer Landschaftsaufnahmen werden in Collagen als Wandelemente verwendet. Kurzum: Das Gestaltungskonzept transportiert die Atmosphäre und das Lebensgefühl der Schweiz und setzt den Begriff «Swissness» gleichbedeutend mit hohem Qualitätsanspruch und innovativem Pioniergeist, mit einer Note «noble understatement». So entsteht ein Center, das wenige Wünsche offen lässt.

Jumping Facades - einzigartig in der ganzen Schweiz

Vor- und zurückspringende Fassaden erinnern an das Flanieren in der Innenstadt
Skizze der vor- und zurückspringenden Fassaden

Das übergeordnete Leitthema der Vielfalt wird auch im Design der Mall konsequent bespielt, wie mit dem vor- und rückspringenden Mieterfassadenkonzept – den «Jumping Facades». So entsteht in der Mall ein Eindruck, der einer natürlich gewachsenen Innenstadt ähnelt. Dieses Prinzip schafft zum einen Grosszügigkeit und Weite, zum anderen garantiert es dem Mieter einen vielseitigen Gestaltungsspielraum und die Möglichkeit, durch offene Fassaden oder freistehende Showcases seine Marke und sein Produkt besonders in den Vordergrund zu stellen. In den gebogenen Mallstrassen erhält die Marke durch seitliche Einblicke und Logos eine Fernwirkung, welche die Aufmerksamkeit zusätzlich erhöht. Der Besucher erfährt ein individuelles Shopping-Erlebnis, denn die Grenze zwischen Mall und Store wird weitestgehend aufgehoben. Eine Alleinstellung in der Schweizer Mall-Landschaft!

Durchdachte Architektur

Das grösste Schweizer Architektur- und Generalplanungsbüro Burckhardt+Partner AG zeichnete für die Architektur und die Projektkonzeption der Mall of Switzerland verantwortlich.

 

Die Mall of Switzerland besteht aus den Baukörpern Mall-, Freizeit- und Parkhausgebäude. Städtebaulich fügen sich die Baukörper in den grossmassstäblichen Charakter des umliegenden Industriegebiets ein, welches sich entlang der Bahnlinie im Rontal aufspannt. Die Setzung und die Volumetrie der einzelnen Gebäude folgen dem bewilligten Gestaltungsplan von 2007.

 

Architekturfilm
Mehr Informationen zur Architektur der Mall

Durch die Zonierung der einzelnen Volumina in Erd- und Obergeschosse erhalten die grossmassstäblichen Baukörper einen adäquaten Massstab. Gleich der Münchner Allianz-Arena mutet die Fassade der Mall-Obergeschosse an, die aus einer transluzenten ETFE-Folie besteht. Die helle Folie entmaterialisiert das grosse Volumen und reflektiert die verschiedensten Umgebungsbedingungen. Je nach Tages- und Lichtsituation wird die Fassade zusätzlich beleuchtet, was dem Baukörper ein lebendiges und prägnantes Erscheinungsbild gibt. An zentraler Stelle erfährt die Fassade eine grossflächige Verformung, welche den Hauptzugang markiert.

 

Das Parkhaus erhält ein industrielles Erscheinungsbild. In sich verlaufende Streckmetallelemente lassen die Geschossigkeit des Gebäudes ablesen und ermöglichen die natürliche Belüftung. Die verzinkten Metallelemente werden mit der Zeit eine natürliche Patina annehmen und sich in die Umgebung einfügen.

 

Beim Freizeitgebäude werden die Nutzungen an der Fassade ablesbar. Das Kino, welches alle Obergeschosse einnimmt, erhält einen theatralischen Vorhang aus Faserzementplatten. Die Erdgeschossnutzungen werden entsprechend ihrer Aussenwirkung mehrheitlich verglast und öffnen sich zum zentralen Platz, dem «Ebisquare», einer Begegnungszone für Jung und Alt, die zum Verweilen einlädt. Konzeptionell erhält hier jede Nutzung ein eigenes Volumen, wobei die einzelnen Volumina aneinandergereiht und übereinandergestapelt werden.

 

Im Innern der Mall werden zwei zentrale Plätze – die «Herzen» – über einen Rundgang miteinander verbunden. So können die Besucherinnen und Besucher von einem Platz zum anderen gelangen, ohne den gleichen Weg zweimal gehen zu müssen. Grosse, versetzt zueinander angeordnete Atrien sind Kernelemente des Entwurfs, welche spannende Blickbeziehungen zwischen den Geschossen und Läden visuell inszenieren.